Eine Wärmepumpe entzieht Luft, Erdreich oder Grundwasser Wärme und hebt sie mit Strom auf ein höheres Temperaturniveau. Ein Kältemittel verdampft, wird verdichtet, gibt die Wärme an das Heizwasser ab und entspannt sich wieder. Aus einer Kilowattstunde Strom entsteht so ein Vielfaches an Heizwärme.
Selbst bei minus 15 Grad steckt in der Außenluft noch Energie, und genau diese Energie heizt inzwischen Hunderttausende deutsche Häuser. Das klingt nach Zauberei, folgt aber einem Prinzip, das jeder aus der Küche kennt: dem Kühlschrank, nur in umgekehrter Richtung. Wer verstehen will, warum das auch im Bestandsgebäude mit Heizkörpern tragen kann, sollte den Kreislauf kennen und einen Wert im Blick behalten: die Vorlauftemperatur.
Pour aller à l'essentiel
Der Kreislauf im Kern: Wie eine Wärmepumpe aus Umweltwärme Heizwärme macht
Eine Wärmepumpe erzeugt Wärme nicht, sie transportiert sie. Sie entzieht Luft, Erdreich oder Grundwasser Energie und hebt sie mithilfe von Strom auf ein Niveau, mit dem sich ein Haus beheizen lässt. Am anschaulichsten ist der Kühlschrank: Er holt Wärme aus dem Innenraum und gibt sie über die Rückwand an die Küche ab. Die Wärmepumpe arbeitet genauso, nur mit umgekehrter Blickrichtung. Ihr Innenraum ist die Umwelt, ihre Küche der Heizkreis des Hauses.
Im Inneren zirkuliert ein Kältemittel durch vier Stationen. Im Verdampfer nimmt es die Umweltwärme auf und wird gasförmig. Das gelingt schon bei sehr niedrigen Temperaturen, teils bei minus 20 °C. Der Verdichter presst das Gas zusammen, Druck und Temperatur steigen sprunghaft. Im Verflüssiger gibt das heiße Gas seine Wärme ans Heizwasser ab und wird wieder flüssig. Das Expansionsventil senkt den Druck, das Mittel kühlt stark ab, und der Kreislauf beginnt von vorn. Strom braucht vor allem der Verdichter, dazu Pumpen und Ventilator. Den größeren Teil der Heizenergie liefert die Umweltwärme. Auch beim Kältemittel bewegt sich etwas: Propan (R290) ist ein natürlicher Stoff mit einem Treibhauspotenzial von 0,02 nach dem sechsten Sachstandsbericht des IPCC. Ältere synthetische Kältemittel wirken deutlich stärker aufs Klima. Pour approfondir : Vereinsleben im wandel: wie sich der sportverein reformiert.
Luft, Erde oder Grundwasser: Woher die Wärme kommt und was das bedeutet
Was im Garten oder an der Hauswand sichtbar wird, hängt allein von der Wärmequelle ab. Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe saugt ein Ventilator Außenluft durch ein Lamellenpaket. Ein Monoblock steckt alle Bauteile in ein Außengerät, nur Heizungsrohre führen ins Haus. Beim Split-Gerät sitzen Verdampfer und Verdichter draußen, Verflüssiger und Regelung drinnen, verbunden durch Kältemittelleitungen. Der Aufwand ist gering, dafür schwankt die Quelle mit dem Wetter, und der Ventilator verlangt einen wohlüberlegten Standort. Die Erdwärmepumpe holt sich Energie über Sole, eine frostsichere Flüssigkeit, aus Erdsonden oder flächig verlegten Kollektoren. Das Erdreich bleibt übers Jahr erstaunlich gleichmäßig temperiert, doch Bohrung oder Grabung kosten Zeit und brauchen meist eine Genehmigung. Kollektoren belegen zudem Gartenfläche, die dann nicht überbaut werden darf. Die Wasser-Wasser-Anlage nutzt Grundwasser über einen Förder- und einen Schluckbrunnen. Sie liefert sehr stabile Bedingungen, verlangt aber wasserrechtliche Erlaubnis und eine geeignete Wasserqualität. Kurz gesagt: Die Luft passt für schnelle, unkomplizierte Modernisierungen, Erdreich und Grundwasser lohnen sich eher dort, wo Grundstück und Genehmigungslage mitspielen.

Funktioniert das auch im Winter und im Altbau? Drei Missverständnisse im Check
Ja, beides geht, mit Einschränkungen, die man kennen sollte. Erstes Missverständnis: Bei Frost streikt die Anlage. Tatsächlich verdampft das Kältemittel selbst bei tiefen Minusgraden, und auch kalte Luft enthält Energie. Was nachlässt, ist die Effizienz, denn der Temperaturabstand zwischen Quelle und Heizwasser wächst. Zweites Missverständnis: nur für Neubauten. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, also die Temperatur des Heizwassers. Moderne Geräte erreichen bis zu 70 °C, manche arbeiten selbst bei 55 °C noch in der besten Effizienzklasse. Damit passen sie auch in gut gedämmte Bestandsgebäude mit Heizkörpern. Ein Praxistest: Wer an einem kalten Tag die Heizkurve der alten Anlage testweise absenkt und noch warm wohnt, hat wahrscheinlich ausreichend große Heizkörper. Drittes Missverständnis: Strom ist die Heizung. Die Jahresarbeitszahl misst, wie viel Wärme pro eingesetzter Kilowattstunde Strom übers Jahr entsteht, und liegt bei guten Anlagen deutlich über eins. Wo der Dämmzustand noch Lücken hat, kann eine Hybridheizung als Brücke dienen: Eine hybridfähige Regelung lässt Wärmepumpe und zweiten Erzeuger im bivalenten Betrieb zusammenarbeiten. Ob das Haus reicht, klärt ein Fachbetrieb per Heizlastberechnung. Immobilienportale sehen in Wärmepumpe und Photovoltaik zudem einen möglichen Werttreiber. Pour approfondir : Wie das gehirn lernt: aktuelle erkenntnisse der hirnforschung.
Heizen, Warmwasser, Kühlen: Was eine Wärmepumpe im Haus leistet und wo Grenzen liegen
Im Haus versorgt die Wärmepumpe Heizkörper oder Flächenheizung und erwärmt das Trinkwasser, meist über einen Speicher. Ein Pufferspeicher glättet Lastspitzen und verhindert, dass das Gerät ständig ein- und ausschaltet. Für Warmwasser braucht es höhere Temperaturen als fürs Heizen, was die Effizienz kurzzeitig senkt. Manche Geräte kehren den Kreislauf um und kühlen im Sommer sanft, etwa über die Fußbodenheizung. Das ersetzt keine Klimaanlage, nimmt aber die Spitzen aus der Hitze. Vier Fragen sollte man vor dem Einbau klären: Pour approfondir : Internet der dinge: wie viele vernetzte geräte die deutschen nutzen.
- Dämmzustand: Wie hoch ist der Wärmebedarf von Dach, Wänden und Fenstern?
- Heizflächen: Reichen die vorhandenen Heizkörper bei niedriger Vorlauftemperatur?
- Aufstellort und Schall: Wohin mit dem Außengerät, ohne die Nachbarn zu stören?
- Wärmequelle: Genügen Platz, Untergrund und Genehmigungslage für Luft, Erde oder Grundwasser?
Wo mehrere Antworten offen bleiben, hilft ein unabhängiger Energieberater, denn Nutzen und Grenzen hängen stark vom einzelnen Gebäude ab. Pour approfondir : Mittelstand und nachhaltigkeit: wie KMU vom wandel profitieren.
Questions pratiques
Wie funktioniert eine Wärmepumpe einfach erklärt?
Eine Wärmepumpe entzieht Luft, Erdreich oder Grundwasser Wärme und nutzt Strom, um sie auf ein höheres Temperaturniveau zu bringen. Ein Kältemittel verdampft, wird verdichtet, gibt die Wärme ans Heizwasser ab und entspannt sich wieder. Das Prinzip gleicht einem rückwärts laufenden Kühlschrank.
Funktioniert eine Wärmepumpe auch bei starkem Frost?
Ja. Das Kältemittel verdampft teils schon bei minus 20 °C, und selbst kalte Luft enthält nutzbare Energie. Bei starkem Frost sinkt allerdings die Effizienz, weil der Temperaturabstand wächst. Ein gut geplantes System und eine passende Heizkurve halten den Mehrverbrauch in Grenzen.
Kann eine Wärmepumpe im Sommer auch kühlen?
Manche Geräte können es. Sie kehren den Kreislauf um und führen Wärme aus dem Haus nach draußen, meist über eine Flächenheizung. Die Kühlung fällt sanft aus und ersetzt keine Klimaanlage. Ob Ihr Gerät die Funktion bietet, hängt vom Modell ab.
Eignet sich eine Wärmepumpe für ein Bestandsgebäude mit Heizkörpern?
Oft ja. Geräte mit bis zu 70 °C Vorlauftemperatur können auch gut gedämmte Bestandsgebäude mit herkömmlichen Heizkörpern versorgen. Prüfstein bleiben Dämmzustand und Größe der Heizflächen. Eine Heizlastberechnung durch einen Fachbetrieb schafft Klarheit, bevor Sie investieren.
Die Wärmepumpe erzeugt keine Wärme aus dem Nichts, sie verschiebt sie auf ein nutzbares Niveau. Ob das in Ihrem Haus effizient gelingt, entscheidet vor allem die Vorlauftemperatur. Prüfen Sie deshalb zuerst, mit welcher Temperatur Ihre Heizkörper das Gebäude tatsächlich warm halten, und lassen Sie sich diesen Wert von einem Energieberater bestätigen, bevor Sie Angebote vergleichen.
Mis à jour en septembre 2026